clickertraining.org

Clickertraining


Navigation
News
Grundlagen
Geschichte
Praxis
Streitpunkte
Bücher
Mein Clickertraining
Videos zum Buch
Crash-Kurs
Links
Über diese Seite

Clicker Updates

Stand: 02 May 2011 21:08

Das neue Buch: Mein Clickertraining

Der Titel kann je nach Erwartung irreführend sein. Er drückt aus, dass es sich nicht um das Clickertraining handelt, bei denen es um Tricks, Kunststückchen und Bespaßung eines Hundes handelt, sondern um das, was ich persönlich als wesentlich erkannt habe.

Damit Sie nicht die Katze im Sack kaufen, lesen Sie ein wenig:

Eine notwendige Vorbemerkung Text S. 12 – 13

Geleitwort von PD Dr. Udo Gansloßer

Fehlende Bildunterschrift S.131

Eine notwendige Vorbemerkung

Die lila Leine ... so wollte ich das Buch nennen. Aber was wäre das für ein Titel?

Die lila Leine ist ein Symbol für mich geworden. Alle Hunde aus dem Tierheim, die ich betreut habe, sind mit ihr zum ersten Mal ausgeführt worden. Alle haben mit ihr als Schleppleine den ersten Freilauf gehabt. Sie alle wurden meine Lehrer, waren meine Partner.

Ich weiß, dass viele Menschen einen Umgang mit dem Hund suchen, der auf einer natürlichen Kommunikation, auf Partnerschaft beruht. Und ich weiß, dass es da eine Reihe von Fallstricken gibt. Diejenigen, die Ihnen sagen: „Zeig ihm endlich, wer der Boss ist!“ scheinen recht zu behalten. Aber auch in der interkulturellen Welt von Mensch und Hund sehen Führungsqualitäten anders aus. Ihr Hund wird Sie gern davon überzeugen.

Aber bis ich das wirklich erkannt hatte, habe ich Lehrgeld bezahlen müssen. Das Zusammenleben mit meinem Mirko, einem großen Dobermannmischling, hat mir riesige Probleme bereitet. Deswegen wird er in vielen Beispielen vertreten sein. Und wir beide kommen dabei oft nicht gut weg, gar nicht gut.

Nehmen Sie unseren schlechten Start als Ermutigung. Wir haben irgendwann noch sehr schöne Jahre miteinander erlebt. Das möchte ich auch allen denen ermöglichen, die gerade in der Talsohle von Problemen stecken. Mit den meisten Hunden kann sich ein akzeptables bis angenehmes Verhältnis entwickeln. Was uns dabei helfen kann, habe ich versucht, hier zu schildern.

Das so genannte Clickertraining ist dabei ein wichtiges Hilfsmittel. Prominente Fachleute, die es besser wissen sollten, drängen es auch heute noch in den Bereich Kunststückchen und Spielerei ab. Welch ein Missverständnis!

Ich habe es fast vom ersten Tag, nachdem ich es kennengelernt hatte, bei Hunden angewendet, mit denen niemand mehr zurecht gekommen war. Deswegen muss ich aus voller Überzeugung weitergeben, wie man sich und dem Hund damit im Alltag das Leben erleichtert.

Hundehaltung soll Freude bereiten. Dazu sollten wir verstehen, wie ein Hund in das Leben der Menschen eingebettet ist. Dann fällt uns das Einstellen auf den Hund viel leichter. Eine Reihe von Informationen – weit weg von allen Rezepten – soll Ihnen bei Ihren eigenen Plänen mit Ihrem Hund helfen. Wie soll man sich denn mit einfachen Rezepten auf die verschiedenen Charaktere und Erfahrungen von Hunden einstellen können?

Ein solches Buch darf auch unterhaltsam sein. Die vielen Beispiele aus dem wirklichen Erleben haben im Rückblick oft etwas Erheiterndes. Wenn man mittendrin steckt, empfindet man das eher anders. Sicher habe ich nicht alles optimal oder auch nur annähernd richtig gemacht.

Deswegen soll das Buch auch zur Kritik anregen. Ernsthafte Kritik bedeutet ernsthafte Auseinandersetzung. Was kann man sich Besseres wünschen?

Ich habe meinen Traumhund gefunden, der aus dritter Hand stammt. Vielleicht haben Sie auch schon einen, wissen es nur noch nicht?

Lesen Sie, wie Sie ihn in Ihrem Hund finden können, auch wenn es vielleicht nur ein kleiner Traum ist. Und nun lassen Sie sich von mir an der lila Leine durch die Hundewelt führen, die ich erlebt und in der ich die Macht des Clickers erfahren habe. Sie hatte mit vielen Problemen angefangen und eröffnete dann doch viele positive gemeinsame Wege. Kommen Sie einfach mit!

Einige Hunde werde ich öfter als Beispiel heranziehen. Damit Sie mehr über sie erfahren, habe ich am Ende des Buches eine Beschreibung angefügt, die Ihnen etwas über den Hund, die Umstände unseres Kennenlernens und über die weitere Entwicklung sagt.

Wenn dieses Buch Ihnen auch nur bei einem einzigen Problem weiterhilft, hat es sich für Sie schon gelohnt. Eine Trainerstunde ist deutlich teurer.


Geleitwort von PD Dr. Udo Gansloßer

Nur wenige Hilfsmittel in der Hundeerziehung und -Ausbildung werden so emotional kontrovers diskutiert, wie der Einsatz des Clickers. Während manche dieses Hilfsmittel vollständig ablehnen und zu einer reinen Modeerscheinung erklären, sind andere Anwender/innen der Meinung, dass mit diesem Hilfsmittel alle Trainings- und Erziehungsprobleme lösbar wären. Handelt es sich also um eine Modeerscheinung oder um ein ernst zu nehmendes Hilfsmittel? Die Ausführungen von Martin Pietralla können in vielfältiger Weise Antwort auf diese Ausgangsfrage geben.

Zunächst muss weitgehend unterschieden werden zwischen der Anwendung des Clickers zu Erziehungszwecken sowie der Anwendung im Training. Während Training bedeutet, dass bestimmte Handlungs- und Bewegungsabläufe, gekoppelt mit speziellen auslösenden Reizen, vom Hund erlernt und dann in Form einer Ursache-Wirkungs-Verknüpfung hinterher auf Wunsch ausgeführt werden, beinhaltet die Erziehung ja den gesamten Prozess, durch den ein Lebewesen, hier also ein Hund, gesellschaftsfähig und integrierbar in bestehende soziale und Umweltsituationen gemacht wird. Und ein Gutteil der Missverständnisse über die Anwendbarkeit des Clickerns ist auch aus dieser nicht immer eindeutig sauber getrennten Begriffsverwirrung zu erklären.

Es ist unbestreitbar, dass der Clicker eine Reihe von Problemen birgt, wenn er falsch eingesetzt wird. Mit am wichtigsten erscheint mir die durchaus – insbesondere bei manchen eher aktiv-katecholamingesteuerten Hunden – gegebene Suchtgefahr. Zu häufiges und zu schnelles

Wiederholen bzw. Abrufen der geclickerten Übungen kann hier tatsächlich einen Hund in einen Rauschzustand versetzen, wie er auch durch Bällchenwerfen, falsches Apportieren und andere mit Hin- und Herjagen verbundene Tätigkeiten entstehen kann.

Demgegenüber steht jedoch der unbestreitbare Vorteil, dass Hunde bei Einsatz des Clickers sich Problemlösungen selbst erarbeiten. Diese selbst verschafft en Erfolgserlebnisse, die wohl ebenso das Dopaminsystem aktivieren, versetzen das Tier auch in eine freudige Erwartung für zukünftige, ähnliche Lernsituationen. So hat denn auch eine Vergleichsstudie gezeigt, dass in der Versuchsgruppe der Hunde, die durch Clickertraining auf eine Prüfung (Obedience) vorbereitet wurden, kein einziger durchgefallen ist, während bei den in traditioneller Weise ausgebildeten Hunden eine Reihe von Kandidaten die Prüfung nicht bestand. Die Motivation, etwas richtig zu machen, ist also offensichtlich bei richtigem Einsatz des Clickers höher als bei anderen Ausbildungsmethoden.

Voraussetzung für eine sinnvolle Einsetzung jeder Art von Hilfsmittel ist jedoch eine umfassende Verhaltensbeurteilung des betreffenden Hundes. Kenntnisse des Verhaltens, und zwar des gesamten Verhaltens in unterschiedlichen Situationen – auch solchen, die nicht für den Einsatz dieses Hilfsmittels in Frage kommen – sind notwendig, um Auswirkungen und Anwendungen sinnvoll absehen und entsprechend einsetzen zu können.

Und hier setzt das vorliegende Buch in idealer Weise an. Die Verhaltensbeschreibungen und Diskussionen, die Martin Pietralla in seinem Buch bringt, beziehen sich eben nicht nur auf den Einsatz des Clickers in speziellen Situationen, sondern beschreiben Alltagsverhalten der Hunde in unterschiedlichen Lebenslagen und bei unterschiedlichen Vorgeschichten. Erst danach wird dann der sinnvolle und erfolgsversprechende Einsatz des Hilfsmittels anhand von Fallbeispielen dargelegt.

Von besonderer Wichtigkeit ist hierbei das Kapitel über Tierheimund andere »Problem«-hunde. Gerade diese Gruppe von bereits vorgeschädigten Tieren ist besonders geeignet und besonders ansprechbar für die positiven Auswirkungen eines Dopamin-gestützten Lernens, mithin eines Lernens, das Selbstvertrauen und Selbstsicherheit des Tieres durch selbst verschaffte Erfolgserlebnisse hebt.

Es ist daher zu hoffen, dass gerade in diesen Situationen die von Martin Pietralla beschriebenen Methoden und Anwendungsbeispiele möglichst viele, aber bitte kompetente Nachahmer finden. Zum richtigen Einsetzen gehört eben mehr als etwas Timing. Es gehört ein sehr tiefgehendes Verständnis des Verhaltens des Hundes und der betreff enden Umweltsituation dazu, und das genannte Buch ist in idealer Weise geeignet, interessierten Leser/innen dieses weitaus umfassendere Verständnis hundlichen Verhaltens zu liefern. Aus diesem Grunde ist ihm eine möglichst weite Verbreitung, auch über die Grenzen der bereits vorhandenen Clickergemeinde, zu wünschen.

PD Dr. Udo Gansloßer


Fehlende Bildunterschrift S. 131 unterstes Bild:

Ein Objekt kann dazu benutzt werden, um Dominanzbeziehungen zu testen oder zu ändern. Hier waren es die ersten Schritte, die das Verhältnis zwischen den beiden Rüden kippen ließen.








Clickertraining Bücher: Mein Clickertraining


impressum Besucher: © copyright 2005 clickertraining.org