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Blickkontakt fordern und meiden.

Blickkontakt

ist ein Kommunikationsmittel. Es dient der Verhaltenssynchronisation. Voraussetzung ist, dass eine gemeinsame Aktivität ausgeführt wird.

Es gibt zwei grundsätzliche Varianten.

  • Der ganz kurze Blickkontakt gefolgt von Abwenden und Aktion. Er sagt, dass Übereinstimmung im Vorhaben besteht. (Irrtum eingeschlossen)

  • Der lange Blickkontakt, der eine geplante Aktion stoppt und die Aufmerksamkeit auf den anderen lenkt. Erst wenn die Irritation beseitigt ist, geht es weiter.

mirko_blick


Hunde zeichnen sich dadurch aus, dass sie bei neuen Problemen Hilfe beim  Menschen suchen.(*) Sie werden passiv. Im Clickertraining müssen Hunde aktiv sein, um neues Verhalten zu entwickeln.

Im Training wird der Blickkontakt daher oft zu einer Fehlerquelle. Ein Hund beginnt eine Aktion, z.B. das Vorausgehen in eine Box, verlangsamt und stoppt schließlich. Dabei dreht er sich zum Hundeführer um.
Der reagiert helfend etwa so:

  • Er wiederholt ein Kommandowort

  • Er macht eine auffordernde Armbewegung

  • Er geht einen Schritt auf den Hund zu.

Dabei treten unerwünschte Folgen auf.

  • Das Kommandowort wird mit einem unfertigen Verhalten verknüpft.

    • Deswegen sollte man eine allgemeine Aufforderung für Aktivität benutzen

    • Deswegen sollte man nie das endgültige Kommandowort im Frühstadium des Trainings benutzen.

  • Die auffordernde Bewegung zieht die Aufmerksamkeit des Hundes auf sich, lenkt ihn von eigenen Initiativen ab.

  • Der Schritt auf den Hund zu bestärkt den Hund sozial. Er erhält Nähe.


Ergebnis:

  • Der Hund lernt eine Verhaltenskette:

    • Beginn des Verhaltens auf ein Kommando

    • Stopp nach wenigen Schritten gefolgt von Umdrehen

    • Warten auf den Beitrag des Menschen zum Gesamtverhalten

    • Ausführen des Restverhaltens.

Und diese Kette wird jedes Mal bestärkt.

Wie geht es weiter?

  • Der Hundeführer gibt näher am Ziel sein Kommando nochmals. Der Hund hat die Handlung aus dieser Entfernung schon mehrfach richtig ausgeführt und tut es auch jetzt.

  • Der Hund wird mit Click und Futter belohnt.

Die bessere Lösung:

  • Kurzer eigener Blickkontakt. Aktiv beenden.

  • Darauf achten, dass der Hund Blickkontakt zum Objekt hat. Danach folgt eine

  • allgemeine Aufforderung zur Aktivität.

  • Stoppt der Hund, Blickkontakt meiden, Hilfe verweigern.

  • Warten und dem Hund Zeit für eigene Ideen lassen.

  • Verharrt der Hund lange, zurückrufen und neu beginnen.

  • Bestärkung nur für bessere Ausführungen.

Hundehalter, die auf Free Shaping bestehen, haben damit weniger Probleme. Aber nicht jeder Hund kommt mit der mentalen Belastung eines Free Shapings  zurecht.

Hundehalter, die Hilfen anbieten, können das sehr effektiv tun, indem sie Teilverhalten durch bekannte Kommandos herbeiführen. Diese kann man schnell wieder abbauen.

Das ist in der Praxis die gangbarste Lösung.
Natürlich ist es hilfreich, wenn der Hund schon einige Kommmandos kennt.
Deswegen ist ein spielerischer Aufbau von kleinen Fertigkeiten so nützlich.

In dem Video erkennen wir eine solche Hilfe. Der Hund hat mit dem Signal aber schon ein bestimmtes Verhalten verknüpft. In diese Falle gerät man leicht.

Eine Beobachtung:

Eine geplante Sequenz ist misslungen. Hundehalter und Trainer unterhalten sich über die Gründe und über die Abhilfe. Während des Gesprächs macht sich der Hund etwas zurückhaltend auf den Weg und führt das Verhalten richtig aus oder zumindest einen großen Schritt weiter.

Hundehalter und Trainer sollten das unbedingt bemerken und mit C&B bestärken. Dann sollten sie sich wieder in ihr Gespräch vertiefen und den Hund probieren lassen, solange er dazu Lust hat.

Erklärung:

Durch den Entzug von Aufmerksamkeit, Unterlassen von Blickkontakt, vermindert sich der aktuelle Stress des Hundes. Er kann aus eigener Aktivität probieren. Das sind ideale Voraussetzungen.

Im folgenden Video sehen wir Tika, die Border-Collie Hündin beim Training. Man kann sehr gut die Wirkung des Blickkontaktes erkennen. Hier kommt noch hinzu, dass das Kommando "Armzeigen" für den Hund eine ganz bestimmte Bedeutung hat, nämlich "Hochspringen und Bellen".
Dieses Video wird mit dem Einverständnis des Urhebers und der gezeigten Personen hier veröffentlicht.

(*)  Immanuel Birmelin Schlauer Hund 
Gräfe und Unzer, München (2006) ISBN(13) 978-3-8338-0059-3











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