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Das Lernspiel "Clickern eines Menschen"...

...ist fast schon Legende.

Ein Mensch wird zum "Hund" erklärt, allerdings soll er sich weiterhin wie ein Mensch verhalten. An ihm soll lediglich das Prinzip des Clickerns demonstriert werden. Leider geschieht das oft falsch.
Man kann aus diesem Spiel sehr viel lernen, wenn man weiß, worauf man zu achten hat.

Falsch
ist es, das Spiel als Gesellschaftsspiel "heiß-kalt" auszuführen.
Der „Hund“ wird z.B. durch Click-Signale geführt, an eine bestimmte Stelle zu gehen, dort auf einen Stuhl zu steigen und mit dem Fuß Licht einzuschalten. Das ist sehr lustig und unterhaltsam, hat aber nichts mit operantem Lernen zu tun.

Der Vorteil

ist mehrfach. Man kann Timing und Genauigkeit, Beobachtung und Konzentration schulen. Der „Hund“ kann uns nach dem Spiel mitteilen, wie ihn seine Vorstellungen daran gehindert haben, sein Verhalten zu verändern. Er kann uns sagen, wo er Schwierigkeiten hatte, wo und wodurch er demotiviert wurde. Ich kann diese Übung nur empfehlen!

Richtig
ist es, eine einfache Handlung auszusuchen, sie zu bestärken, zu verändern und wiederholt auftreten zu lassen.
In günstigen Fällen gelingt es, sogar ein Signal dazu einzuführen. Und danach fragt man den „Hund“, ob er weiß, was er tun sollte. Oft hat er es erahnt, manchmal aber auch nicht. Und gelegentlich glaubt er, es wäre etwas ganz anderes gewesen.

Typen:

Der hochaktive „Hund“

Er ist dauernd in Bewegung. Fast nichts an ihm bleibt auch nur eine Sekunde ruhig.

Hier empfiehlt es sich, Ruheübungen als Zielverhalten anzustreben.

Der sehr ruhige „Hund“

Er tut wenig, bewegt vielleicht längere Zeit nur den Kopf, geht ein oder zwei Schritte, um sofort zurück zu kehren. Die Arme kann er dabei die ganze Zeit verschränkt halten oder hängen lassen.

Hier empfiehlt es sich, die Bewegung eines Körperteils anzustreben. Dann ist das Problem meist bald vollständig gelöst.

Der erfahrene "Hund"

Er hat schon an vielen Seminaren und  Trainingseinheiten teilgenommen. Er fängt sofort mit hoher Akivität und bewährtem Verhalten an. Er zeigt, was es heißt, die Lernmethode begriffen zu haben. Hunden geht es da nicht anders.

Die Zuschauer sollten genau auf die Reaktionen des "Hundes" achten.
Ganz typische Beobachtungen sind:
  • Erhöhte Aktivität, Herumrennen, Bewegen der Arme und des Kopfes, Schauen
  • Häufiger Blickkontakt mit dem Trainer: Wo steht er, wo schaut er hin, was macht er?
  • Ausdauerndes Aufsuchen der Nähe zum Trainer
  • Ausflüge und Rückkehr zu Orten, an denen schon einmal ein Click zu hören war, Blickkontakt zu den anderen Zuschauern
  • Beginn von Selbstgesprächen, immer in der Hoffnung, einen Hinweis von irgend jemandem zu erhalten
  • Pausen – Nachdenken
  • Verfall in Passivität
  • Rückfall in schon überwunden geglaubtes  Verhalten, teilweise sehr hartnäckig
  •  Wenn die Clicks dank eines guten Verlaufs häufiger werden, steigt die Aktivität.
  • Und dann beginnt der „Hund“ zu testen, ob seine Vorstellungen zutreffen. Er verändert absichtlich, um sicher zu gehen, dass er weiß, was einen Click einbringt. 

Diese Verhaltensweisen werden wir in irgendeiner Variation auch bei den vierbeinigen Hunden beobachten.

Auswahl des Verhaltens, das der „Hund“ zeigen soll

Es sollten einfache häufig auftretende Handlungen sein:

  • Mit der linken (rechten) Hand hinter das Ohr fassen
  • Die Arme vor (hinter) dem Körper zu verschränken
  • Einen bestimmten Ort immer wieder aufzusuchen
  • In eine bestimmte Richtung zu schauen.
  • Auf einem Bein zu stehen, das andere voran zu stellen
  • ......
Sie sehen, die Liste lässt sich einfach erweitern.

Ein anderer Aspekt bei der Auswahl

Oft vereinbare ich, dass ich mich noch nicht festlege, sondern warte, bis ich sehe, zu welchem Typ „Hund“ der Mitspieler gehört. Und ich vereinbare, dass ich ihn zu einem gegenteiligen Verhalten bringen werde. Das ist insofern hilfreich, als es die Antwort zur Frage demonstriert, ob es auch mit einem sehr ruhigen oder einem ewig aktiven realen Hund zu machen ist.

Probleme, die auftauchen
  • Der Hund wird inaktiv
  • Der "Hund" macht einfach nicht den nächsten Schritt.
  • Der Hund kaspert herum


Fast alle diese Probleme beobachten wir auch beim Training mit richtigen Hunden. Die Lösungswege sollten wir uns gut merken. Clickertraining ist sehr einfach, aber nur, wenn wir die individuellen Eigenarten des Hundes dabei zu nutzen verstehen.
Im Clickerspiel können wir dafür die Anfänge lernen.





Der "Hund" ist im Stress!
  • Vor meist noch fremden Zuschauern ein unbekanntes Problem lösen, ausgeliefert sein, setzt Stresshormone frei, vor allem, wenn der Erfolg ausbleibt. Das verkraften nicht alle gleich gut.
  • Der "Hund" bekommt vorher gesagt, dass jeder Click ein dickes Lob ist!
  • Es kann nötig werden, einfach etwas anderes mit Click zu kennzeichnen, nur damit der "Hund" nicht aufgibt. (Überbrückung einer Problemphase)
  • Wenn der "Hund" nicht den nächsten Schritt macht, suchen wir einen Umweg. Wenn er seine Arme nicht bewegt, sorgen wir dafür, dass er sich überhaupt erst einmal intensiver bewegt, also herum läuft. (Im Umweg die Vorlieben des Hundes nutzen.)
  • Freundliches Anschauen des "Hundes" kann dazu führen, dass er (meist eine Sie) dauernden Blickkontakt zum Trainer sucht und sich weniger auf Aktivität konzentriert. Diese vom "Hund" ausgewählte Art der begleitenden Bestärkung ist für die Problemlösung sehr störend. Eine durchgehend freundliche Stimmung reicht völlig. Der Trainer kann dabei den Ort wechseln. Das hilft dem "Hund" oft, sich etwas anderes einfallen zu lassen.
  • Kaspernde "Hunde" sind meist solche Menschen, die das Clickerspiel schon kennen. Mit ihnen hat man bei Demonstrationen vor Anfängern oft Schwierigkeiten, da sie viele der typischen Anfangsverhaltensweisen nicht zeigen. Für Fortgeschrittene dagegen kann es interessant sein, wie man den "Hund" ruhiger und konzentrierter auf ein ganz anderes Thema lenkt.
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