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Lernen aus eigener Aktivität


Für effektives Lernen müssen die Hirnareale aktiviert sein, die damit zu tun haben. Neugier und Neuigkeitswert (Überraschung) sind eine gute Kombination. Ein anderer Garant für Aufmerksamkeit auf das eigene Tun ist die Motivation (Appetenz). Störend sind alle Ablenkungen vor allem wenn das eigene Sicherheitsgefühl betroffen ist, das absolute Priorität genießt.
Sehr gutes Lernen ist garantiert, wenn der Hund von selbst an uns herantritt und etwas tun möchte. Der Wunsch nach Sozialkontakt ist eine gute Grundlage für Lernvorgänge. Er hat eine Kehrseite. Der Hund lernt auch, uns zu manipulieren. Beim Clickertraining werden wir hier bewusst Zugeständnisse machen.

Zitate aus    Manfred Spitzer LERNEN Gehirnforschung und die Schule des Lebens

S. 155  Ohne die Hinwendung der Aufmerksamkeit zu den zu lernenden Reizen geschieht - auch bei massiver „Bombardierung“ des Gehirns mit diesen Reizen - nichts.

S.156 Daraus lässt sich ableiten, dass der Effekt der zusätzlichen Aktivierung von Gehirnarealen durch die selektive Aufmerksamkeit eine wesentliche Rolle bei der Einspeicherung von Gedächtnisinhalten spielt.

Das Umsetzen dieser einfachen Einsichten zum Einfluss von Aufmerksamkeit auf den Lernerfolg ist alles andere als trivial und erfordert vom Lehrenden sehr viel Geschick.

LSt_Gähnen

Dieser Hund  sollte im Rahmen einer Welpen-Junghundegruppe ein Laufdiel überwinden. Das Hinführen zum Gerät ist schon aufregend. Sein Mensch hat etwas vor, er steht nicht nur herum! Sein Gähnen zeigt, dass er in einem Stresszustand ist. Es drückt einen inneren Zustand aus. Es hat nichts mit Beschwichtigung zu tun.
 

Rechts sehen wir, wie das Überwinden eines solchen Hindernissen sehr häufig in Angriff genommen wird.

  • Der Hund ist angeleint

  • Der Hund wird mit Futter gelockt.

  • Der Hund wird gehalten und gesichert

Für das, was der Hund wirklich lernen soll, ist das alles abträglich. Es lenkt ab. Es fokussiert die Aufmerksamkeit des Hundes auf ganz andere Dinge.
Angeleint kann er sich nicht ungestört bewegen. Er kann nicht gut zurückweichen.
Fressen ist gar nicht das Ziel der Übung. Der Hund soll sich doch nicht wirklich um das Futter kümmern? Aber genau das tut er, wenn er es zu erlangen versucht. Seine Bewegungen sollen ja nicht der eroberung des Futters dienen, sondern dem sicheren Überqueren des Laufsteges.
Die sichernde Hand führt zu einer weiteren Ablenkung. Berührungen betreffen das Sicherheitsgefühl.  Der Hund versucht als erstes, den Berührungen zu entgehen.  Zu all dem, was wir sehen, kommen noch vielerelei Lautäußerungen des Menschen hinzu, die der Hund nicht einordnen kann.
Entsinnen sie sich an eine Turnstunde? Sie werden um Reck oder Stufenbarren gewickelt und gedrückt. Haben sie dabei gefühlt, was Sie selbst dazu tun sollten?

LSt_Locken

LStFrei

Wenn man mit dem Clicker den Hund lediglich für alle eigenen Aktivitäten mit dem Hindernis bestärkt, kann er sich ganz auf seine Bewegungen konzentrieren, kann sich selbst wahrnehmen, er kann sich auf seine Aufmerksamkeit dem Problem zuwenden. Und die Erfahrung des eigenen Könnens ist für einen Hund ein immer sehr positives Erlebnis. Hunde entdecken gern ihre eigenen Fähigkeiten. Wenn man mit dem Clicker arbeitet, stellt man fest, dass oft das Click allein ausreichend als Bestärkung zu sein scheint. Der Hund empfindet offensichtlich das Weitermachen mit der Gewissheit,  im Einklang mit dem Menschen zu sein, als sehr befriedigende Bestärkung. Diese Beobachtung kann man typisch auch an Treppen und Leitern machen, generell an allen Hindernissen, die den Hund köperlich in seinem Koordinationsvermögen voll fordern.




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