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Clickertraining Geschichte



Geschichte und Ausblick

Ethologie, Behaviorismus und kognitive Ethologie

Die Ethologie ist in Europa entstanden (Lorenz, Tinbergen), der Behaviorismus in den USA (Watson, Skinner). Die Gegensätze zwischen beiden Ansätzen waren unüberbrückbar. Am deutlichsten wird das in folgender Anekdote: (Quelle: Spektrum der Wissenschaft 1, 84 (2001): Giorgio Celli: Konrad Lorenz -> Klassische Ethologie und kognitive Ethologie S.28)

Skinner und die Ratten von New York 

(Doch) Ratten, die in ein Labyrinth oder eine Skinnerbox gesetzt werden, sind eigentlich gar keine Ratten. Solche Laborversuche verraten fast nichts über die tatsächliche Biologie dieses Tieres.Dieser Umstand lässt sich sehr schön an einer Geschichte verdeutlichen, die sich zwischen den beiden Weltkriegen in New York ereignete. Dort hatte nämlich die Gesundheitsbehörde ein großes Problem zu lösen: die Stadt musste sich einer gewaltigen Ratteninvasion erwehren. Doch wie konnte man die Nager erfolgreich bekämpfen?



Eine Delegation der Stadt wollte Skinner um Rat fragen, schließlich hatte er sein ganzes Leben lang Ratten untersuche und hunderte von Seiten darüber publiziert. Doch Skinner wusste alles darüber, was Ratten in seinen "Problemkäfigen" machten, aber nichts wie sie draußen lebten. Er hatte also keine Ahnung von der Biologie seiner Versuchstiere und konnte deswegen den Behörden keinerlei Rat geben.

Hätten Ethologen das Problem lösen können? Vielleicht. Aber auch sie betrachteten ein Tier als ein Reiz-Reaktions-System. Giorgio Celli schreibt dazu:

Insgesamt kann man jedoch sagen, dass auch die klassischen Ethologen immer nur das wissenschaftlich beachtet haben, was das Tier tatsächlich tut. Und in dieser Hinsicht waren sie mit den Behavioristen vollkommen im Einklang.

Der "Geist" des Tieres war für sie - wie auch für ihre wissenschaftlichen Gegner - stets eine Black Box, deren Neurophysiologie zwar erforschbar ist, doch zu deren andere Ebenen sich unmöglich experimentell verifizieren oder falsifizieren lassen und daher nach wie vor zu metaphysischer Spekulation einladen. ...

Die kognitive Ethologie hingegen hat sich von dieser Grundüberzeugung gelöst. Ihr Bestreben ist es, zu experimentell überprüfbaren Schlussfolgerungen selbst darüber zu gelangen, was innerhalb dieser Black Box vor sich geht. Die Black Box ist somit für die kognitive Ethologen kein unverletzliches Tabu mehr. Doch wie soll Licht in das Dunkel kommen?

Und welches Licht am Ende des Tunnels sieht der normale Hundehalter?
Er kann die besten Erkenntnisse aller Richtungen nutzen. Er sollte viel über das Tier Hund (canis lupus familiaris) wissen. Und er sollte wissen, wie man Verhalten beeinflussen kann. Dazu ist eine etwas entspannte Haltung als Hundehalter sehr hilfreich. Die restlichen Zutaten habe ich in einem Skript zusammen gestellt.
"Mensch ärgere Dich nicht - ein zwischenartliches Lernspiel
Es enthält in Kurzform (ohne Bilder und Anekdoten) den Inhalt des Vortrages in Wissen 2000 bei der Veranstaltung "Der Hund im Spiel."
Es geht um Spielen und Lernen und spielend lernen und wie man die Hundehaltung als ein Lernspiel für beide Seiten – Mensch und Hund - auffassen kann.

Man hat begonnen, die kognitiven Fähigkeiten von Hund und Wolf sorgfältig zu erforschen. Der Klicker hat dabei eine Rolle übernommen, die Konrad Lorenz in seinem Vorwort zu Karen Pryors Buch anreißt – er wird ein Werkzeug, um Erkenntnisse über das Tier als ganzes zu erhalten. Natürlich kann man damit heute ganz neue Fragen angehen, wie dies z.B. im Wolf Science Center erfolgt.


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