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Instinktdrift

Instinktdrift

Die Behavioristen glaubten, jedes Verhalten trainieren und mit einem beliebigen Signal verknüpfen zu können. Das war ein Irrtum. Aber auch gut gelerntes Verhalten muss nicht stabil bleiben. Es kann sich verändern. Das wird es vor allem dann tun, wenn es zu einem natürlichen in Konkurrenz steht und sich Bewegungsteile überlappen. Es ist so, als ob das gelernte Verhalten das natürlich anstößt, das schließlich obsiegt. Das Schütteln eines Apportels ist ein Beispiel dafür.

Das Verhalten nach dem gelernten Signal geht immer mehr in ein verwandtes natürliches Verhalten über.

Entdeckt wurde dies Erscheinung durch zwei Studenten Skinners, Keller Breland and Marian Breland. Sie hatten die Firma Animal Behavior Enterprises (ABE), Hot Springs, Arkansas gegründet, in der sie die Erkenntnisse der Skinner Schule kommerziell nutzten. Dort machten sie die oben genannten Erfahrungen, die sie veröffentlichten.

THE MISBEHAVIOR OF ORGANISMS American Psychologist (1961), 16, 681-684.

Der Titel stand in bewusstem Kontrast zu B.F. Skinners erstem Buch:

The Behavior of Organisms: An Experimental Analysis  1938, New York: Appleton-Century

formuliert. Diese Arbeit zeigte ebenso auf experimenteller Grundlage die Grenzen des operanten Trainings auf.

Hier können Sie die den englischen Text lesen.

Das Fazit lautet:

Nach 14 Jahren durchgehender Konditionierung und Beobachtung von tausenden von Tieren, ist es unsere widerwillige Schlussfolgerung*, dass das Verhalten jeder Spezies nicht angemessen verstanden, vorhergesagt oder kontrolliert werden kann, ohne Kenntnis seiner instinktiven Verhaltensweisen, seiner evolutionären Geschichte und seiner ökologischen Nische.

* Hervorhebung durch Webautor.

Wie sieht das bei Hunden aus?

Dort nennen wir diese Verhaltensweisen Fehler!

Sportregeln verlangen, dass sich der Hund entgegen seinen Veranlagungen verhält. Am deutlichsten ist das bei der Sportfährte. Geht der Hund in natürliches Suchverhalten über, dann ist das unerwünscht. Wenn Hunde etwas selber suchen, beginnen sie irgendwann zu scharren, wenn das Objekt nicht offen liegt.

Jagdhunde sollen gesuchte und gefundenes Wild nicht „anschneiden“, also zu fressen beginnen. Wenn sie es irgendwann wann dann doch tun, ist das Instinktdrift.

Begleithunde sollen sofort kommen, wenn man dies verlangt. Der Rüde soll nicht erst noch den letzten untersuchten Ort markieren, wie es sein Hundehirn verlangt.

Diese Tätigkeiten sind teils selbstbelohnend. Der Hund führt sie mit Ausdauer und Begeisterung aus, ohne dass wir eine bestärkendes Element erkennen können.


Im Video "Patient like the Chipmunks"

kann man alte Szenen der Baileys aus der Arbeit in ABE anschauen. Die Instrumentalisierung der Tiere für den Kommerz irritiert heute eher. Die im Originlavideo enthaltenen Szenen zu militärischen Anwendungen sind im verlinkten Auszug weggelassen.




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